Die Stille
- Sarla Klee
- vor 2 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
Hinter dem Wort
lebt ein Schweigen,
älter als Zeit.
Es wartet
hinter den Gedanken,
hinter dem unruhigen Kreisen des Geistes,
wie ein unbewegter Himmel
über den Stürmen der Welt.
Der Mensch hört meist
nur den Lärm seiner Oberfläche —
die Stimmen des Wollens,
die rastlosen Fragen,
das ständige Werden.
Doch tief darunter
öffnet sich langsam
eine andere Weite.
Eine Stille,
die nicht leer ist.
Eine Gegenwart,die keinen Namen braucht.
Dort fällt das Denken
wie Staub zu Boden.
Dort verliert die Zeit
ihre Schwere.
Und etwas im Inneren
beginnt sich zu erinnern.
Nicht an Worte.
Nicht an Wissen.
Sondern an ein lautloses Licht, das immer da war.
Die Seele wird weit
in dieser Stille.
Sie kämpft nicht mehr
gegen die Welt.
Sie ruht
im Unsichtbaren.
Und aus dieser Tiefe
steigt langsam
eine andere Kraft empor:
sanft,
klar,
unerschütterlich.
Wie eine stille Sonne
hinter allen Dingen.
Vielleicht ist die Stille
nicht Abwesenheit —
sondern die Sprache
des Ewigen.



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