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Morgendämmerung zur wahren Liebe und der Angst

Aktualisiert: vor 5 Tagen




Namaste und willkommen.


Diese morgendliche Betrachtung knüpft an das Thema des gestrigen Tages an.

Es ging um die Liebe – um die wahre Liebe – und um den Raum der Angst.


Zur Erinnerung:


Die wahre Liebe ist eine Bewusstseinsphäre innerhalb des göttlichen Daseins.

Das Unbewusstsein der Angst hingegen bildet einen Raum des Bewusstseins, der von Trennung geprägt ist.


Aus einem innersten heraus entsteht die Erfahrung des Getrenntseins.

Ein Gefühl, getrennt zu sein von sich selbst.

Getrennt zu sein von anderen.

Und sich selbst als ein getrenntes Wesen wahrzunehmen.


In einem frühen Stadium des Lebens kann sich das Gefühl zeigen, kein wirklicher Teil dieser Welt zu sein.


Vielleicht verändert sich dieses Empfinden im Laufe der Zeit.

Doch im Grunde bleibt oft ein Rest davon bestehen,

auch wenn es manchmal so erscheint, als wäre vollständige Zugehörigkeit vorhanden.


Innerhalb dieses unbewussten Daseins des Getrenntseins entfaltet sich eine Bewusstseinssphäre der Unbewusstheit und Unwissenheit.


In diesem "Zustand" entsteht nicht nur die Erfahrung der Trennung von anderen,

sondern auch die Trennung von der eigenen göttlichen Natur.


Aus dieser Erfahrung des Getrenntseins wächst auch die Angst.


Im Bewusstsein der Angst lebt das Gefühl der Trennung.

Darin liegt auch die Möglichkeit, verletzt zu werden.


Ebenso ist darin die Angst vor Verlust enthalten

und die Angst vor dem Tod.


Selbst wenn darüber im Alltag nicht viel nachgedacht wird, begleiten zwei grundlegende Ängste das menschliche Leben:


Die Angst vor Verletzung

und die Angst vor Zurückweisung.


Wenn diese Kräfte im Leben wirksam sind, wird sichtbar, dass der Zugang zur Liebe zunächst oft begrenzt bleibt.


Denn diese Liebe ist häufig eine Liebe, die sich mit Angst vermischt.


Manchmal erscheint sie als der Wunsch zu lieben –

doch zugleich lebt darin auch die Angst.


Diese Mischung zeigt sich als eine Liebe, die besitzen möchte.

Eine Liebe, die abhängig ist.

Eine Liebe, die Erwartungen in sich trägt.

Und eine Liebe, die von Unsicherheit begleitet wird.


Darin wird Offensichtlich und sichtbar, dass hier noch die Bewusstseinsform der Angst am wirken ist.


Die wahre Liebe selbst verschwindet niemals.

Doch ihr Ausdruck wird begrenzt

durch das Bewusstsein der Unwissenheit in der die Angst wohnt.


Durch das physische Dasein

und durch das Hineinwachsen in ein kollektives Weltbewusstsein, das von diesen Begrenzungen geprägt ist.


Solange diese Form des Bewusstseins wirkt und die Angst in sich trägt, braucht es eine höhere Kraft..


Eine Kraft der wahren Liebe,

die in das Unbewusste hinabsteigt

und die Angst transformiert.


Diese Kraft existiert.


Doch wo ist sie zu finden?


Wo zeigt sich diese wahre Liebe im Leben?

Wo beginnt sie aufzublühen?


Im seelischen Dasein des Wesens.


Wenn die Aufmerksamkeit nach innen gerichtet wird, entsteht ein inneres Wissen darüber, wie sich wahre Liebe anfühlt.


Wahre Liebe lässt frei.


Wahre Liebe fordert nichts.


In der wahren Liebe existiert keine Furcht.


Es braucht keine Anstrengung.

Keine Abhängigkeit.


In der wahren Liebe entsteht ein Gefühl von Freiheit.


Das Sein darf so sein, wie es ist.


Es braucht kein Aufpassen.

Keine Verstellung.


In der wahren Liebe ist ein EinSEINS.


Es gibt nichts zu verbessern.


Überall dort jedoch, wo das Gefühl entsteht, sich verändern oder anpassen zu müssen, um geliebt zu werden, ist meist auch Angst im Spiel.


Die Angst vor Verlust.

Die Angst vor Ablehnung.

Die Angst, nicht dazuzugehören.

Die Angst vor dem Alleinsein.


So bewegt sich das menschliche Leben zwischen zwei Formen der Liebe:


Zwischen der wahren Liebe

und einer gewöhnlichen Liebe, die mit Angst vermischt ist.


Es ist ein Tanz.

Ein großer menschlicher Tanz.


Ein Hinauswachsen aus einer begrenzten Liebe

in ein höheres Bewusstsein der wahren Liebe.


Doch eine gute Botschaft bleibt bestehen:


Der Geschmack der wahren Liebe ist bereits bekannt.


Und dadurch entsteht auch ein inneres Wissen darüber, was keine wahre Liebe ist.


Dort, wo Begrenzung notwendig erscheint, um geliebt zu werden, entsteht ein Gefühl von Unstimmigkeit.


Dort, wo Funktionieren erforderlich scheint, stellt sich die Frage nach der Echtheit der wahren Liebe.


So bewegt sich das menschliche Leben, getragen von einer tiefen Sehnsucht, hin zu einer wahren Liebe, die das so Sein, sein lässt, wie es ist.


Einer wahren Liebe, in der alles Sein darf.

Auch Schmerz.


Einer wahren Liebe, in der Loslassen möglich ist.


Einer wahren Liebe, die nicht fordert.

Die nicht besitzt.

Die keine Furcht erzeugt.

Und keine Abhängigkeit schafft.


So zeigen sich zwei Räume des Bewusstseins.


Ein Raum, geprägt von Unwissenheit und Unbewusstheit,

in dem das Leben eingeteilt wird in richtig und falsch, gut und böse.


Und ein anderer Raum.


Ein Bewusstsein der wahren Liebe..

Ein Bewusstsein der Einheit..

Ein Bewusstsein des Ungetrenntseins..


In diesem Raum findet die Angst keinen Platz mehr,

denn sie wird transformiert durch die göttliche Kraft der wahren Liebe.


Wenn Berührung mit dieser wahren Liebe geschieht, entsteht auch Berührung mit einer göttlichen Kraft.


Eine Kraft, die Freiheit schenkt.


Eine Kraft, die eine tiefe Stille hinterlässt.


Eine Stille, in der das mentale und vitale Dasein zur Ruhe kommt.


Aus dieser Stille steigt eine neue Kraft empor.

Eine Kraft der Stabilität.


Eine Kraft, die Unwissenheit und Unbewusstheit transformieren kann.


Diese göttliche Kraft ist universell..


Sie liegt tiefer als alles Gesehene, alles Gesagte und alles Gedachte.


Sie ist eine Ausstrahlung von Bewusstsein.


Und diese Ausstrahlung besitzt die Fähigkeit, die Welt zu verändern, wenn sie sich im menschlichen Leben entfaltet.


Manchmal erscheint sie als Tränen.

Manchmal als starkes Herzklopfen.


Manchmal entsteht das Gefühl, als öffne sich die Brust.


Manchmal erscheint sie wie ein inneres Licht.


Es gibt Augenblicke tiefer Gegenwärtigkeit.


Und plötzlich beginnt etwas zu leuchten.


Die Welt erscheint für einen Moment schöner.


Für einen Moment genügt das vollkommen.


Dieses Leuchten entspringt der göttlichen Kraft.

Einem Bewusstsein, das sich selbst erkennt – in allem.


Im Baum.

Im Vogel.

Im Himmel.

In der Sonne.


In der Nacht

und in den Sternen.


Plötzlich erscheint sogar das scheinbar Hässliche in einem neuen Licht.


Und für einen Moment wird Schönheit sichtbar.


Diese Momente sind kein Zufall.

Sie gehören zur Natur des Seins.


Für einen Augenblick in der Gegenwart wird alles schön.


Alles beginnt zu leuchten.


Ein Gefühl der Erfüllung entsteht.

Ein Gefühl der Einheit mit der Weite des Lebens.


Für einen Moment verschwinden alle Grenzen.


Dies ist ein Ausdruck des Bewusstseins der wahren Liebe.


Ein Bewusstsein jenseits der Angst.

Jenseits der Unwissenheit.

Jenseits der Begrenzungen des materiellen Daseins.


Für einen Moment öffnet sich ein Tor.

Und alles erstrahlt.


Die Zeit scheint stillzustehen.


Aus solchen Momenten entsteht eine Sehnsucht.


Eine Sehnsucht nach mehr.


Doch diese Momente lassen sich nicht wiederholen.

Sie entstehen aus der Gegenwart.


So erklingt manchmal wie eine leise Glocke des göttlichen Daseins.


Ein kleines Geheimnis öffnet sich:


Transformation geschieht nicht durch eigenes Tun.

Doch die göttliche Kraft der Liebe transformiert.


Wenn Berührung mit ihr geschieht, verändert sich etwas.


Vielleicht nur ein kleiner Punkt.


Doch dieser Punkt lässt sich nicht mehr rückgängig machen.


Und so beginnt das Feuer der Sehnsucht zu brennen.


Das Geheimnis des Ewigen kennt diesen Weg.


Immer wieder erscheinen kleine Zeichen im Leben.


Kleine Gottesküsse.


Kleine Momente der Schönheit.

Kleine Momente der Gegenwart.


Momente, in denen das Leben aufblüht.


Dann folgt wieder eine Pause.


Und irgendwann erscheint erneut ein solcher Moment.


Wenn solche Erfahrungen im Leben auftauchen, kann darin ein Zeichen gesehen werden:


Der Weg der Liebe hat begonnen.


Die Pausen dazwischen lassen die Suche entstehen.


Die Frage:

Wo ist dieses Licht zu finden?


Und irgendwann geschieht erneut eine Berührung.


Ein einziger Moment kann für lange Zeit nähren.


Bis zum nächsten Augenblick der Gnade.


So wird das Leben langsam aus der Unwissenheit herausgeführt

in eine Freiheit jenseits aller Begrenzungen.






Eine kleine Morgendämmerung dieses Tages.

Vielleicht lässt sie etwas erahnen von der göttlichen Ordnung, in der sich das Leben bewegt.


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