Vertiefung des Bewusstseins
- Sarla Klee
- 13. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Sei still.
Nicht,
um die Welt zu verlassen.
Sondern,
damit die Welt
ihre tiefere Wirklichkeit enthüllen kann.
…
Denn bevor der erste Gedanke geboren wurde,
war bereits
ein schweigendes Licht.
Bevor das Herz
Freude oder Leid kannte,
war bereits
eine unendliche Gegenwart.
Sie wartete.
Nicht fern von dir.
Sondern
im verborgenen Heiligtum
deines Wesens.
…
Du glaubst,
du wanderst
durch das Leben.
Doch das Ewige
trägt dich
seit Anbeginn.
Du suchst
das Bewusstsein.
Doch das Bewusstsein
war immer schon
der Raum,
in dem dein Suchen geschah.
…
Der Himmel
ist nicht das Ziel.
Er ist
die verborgene Weite,
in der jede Seele
bereits ruht.
Nicht der Mensch
erschafft das Licht.
Das Licht
erinnert den Menschen
an sein wahres Sein.
…
Wie Wolken
den Himmel nicht berühren,
so können Gedanken
das Ewige
nicht verändern.
Sie ziehen vorüber.
Sie entstehen.
Sie vergehen.
Doch das schweigende Bewusstsein
bleibt.
Immer.
…
Wenn die Stimmen
des Denkens verstummen,
öffnet sich
ein anderer Raum.
Nicht leer.
Nicht still
im Sinne der Abwesenheit.
Sondern erfüllt
von einer Gegenwart,
die älter ist
als Zeit.
…
Dann beginnt
das Herz
nicht mehr zu suchen.
Es beginnt
zu empfangen.
Nicht,
weil es etwas besitzt.
Sondern,
weil es sich geöffnet hat.
…
Und plötzlich
erscheint die Welt
in einem neuen Licht.
Nicht,
weil sie sich verändert hat.
Sondern,
weil das Bewusstsein
tiefer geworden ist.
Der Baum
ist derselbe.
Doch nun
spricht das Ewige
durch seine Blätter.
Der Wind
ist derselbe.
Doch nun
trägt er
eine unsichtbare Botschaft.
Die Erde
ist dieselbe.
Doch sie wird
zum Tempel
des göttlichen Werdens.
…
So beginnt
die große Verwandlung.
Nicht laut.
Nicht durch Kampf.
Nicht durch das Streben
des Egos.
Sondern
wie der Morgen
langsam
die Nacht
durchdringt.
…
Das alte Bewusstsein
wehrt sich.
Es klammert sich
an Gewohnheiten,
an Sicherheiten,
an Bilder von sich selbst.
Doch tief darunter
wartet
eine größere Wahrheit.
Geduldig.
Unerschütterlich.
Lichtvoll.
…
Die Seele
drängt nicht.
Sie ruft.
Still.
Wie eine ferne Flöte,
die nur
das Herz
vernimmt.
Und wer ihr folgt,
entdeckt,
dass jeder Schritt
bereits
getragen war.
…
Dann wird der Mensch
nicht größer.
Er wird
durchlässiger.
Das göttliche Licht
beginnt,
durch Denken,
Herz,
Leben
und selbst
durch den Körper
zu leuchten.
Nicht,
weil der Mensch
vollkommen geworden wäre.
Sondern,
weil das Göttliche
mehr Raum
gefunden hat.
…
Und eines Tages
erkennt die Seele:
Ich bin nie getrennt gewesen.
Ich war
eine Welle
im unendlichen Meer.
Ein Strahl
der ewigen Sonne.
Ein Laut
im Lied
des Unendlichen.
…
Dann verliert
die Spiritualität
ihren Glanz
des Besonderen.
Sie wird
zur Natürlichkeit
des Seins.
Wie das Atmen.
Wie das Licht.
Wie die Blume,
die sich
der Sonne öffnet,
ohne zu wissen,
wie sie blüht.
…
Und das Ewige
spricht
nicht mehr
nur
durch die Sterne.
Es spricht
durch den Menschen.
Still.
Leuchtend.
In Liebe.
Bis Himmel und Erde
einander
nicht länger
gegenüberstehen,
sondern
als ein einziges
göttliches Bewusstsein
erstrahlen.



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