Das Flüstern des Wahrheits -bewusstseins
- Sarla Klee
- 14. März
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. März
Jenseits der scheinbar persönlichen Probleme
öffnet sich eine andere Weise der Sprache.
Eine neue Form des Ausdrucks.
Eine Vertiefung des Neuen Bewusstseins.
Dass es sich im Inneren vertieft,
Dass es – so gut es möglich ist –
in Worte gefasst wird,
während es sich im menschlichen Dasein schon
zu formen beginnt.
Und so entsteht eine Reise
über DAS, was bereits im Gegenwärtigen ist.
Vielleicht berührt es das Wesen.
Vielleicht die Seele.
Vielleicht die innere Natur.
Oder jenes Licht,
das im Menschen verborgen ruht,
und nur darauf wartet,
erweckt zu werden.
Vielleicht beginnt alles
mit einer leisen Erinnerung.
Nicht mit einer Idee.
Nicht mit einer Theorie.
Sondern mit einem stillen Empfinden
im Inneren des Menschen.
Ein Empfinden,
dass das Leben mehr ist
als das, was die Augen sehen
und der Verstand zu fassen vermag.
Ein Ruf
in die Tiefe.
In die Tiefe der Materie.
Dort schlummert ein verborgenes Licht.
Über vieles andere wird bereits gesprochen.
Doch hier geht es um ein Licht,
das tiefer ist als die Materie
und zugleich jenseits der Materie existiert.
Ein Licht,
das nicht von außen kommt.
Ein Licht,
das aus der innersten Existenz
am aufsteigen ist.
Und dieser Aufstieg
hat bereits begonnen.
Er ist schon in Bewegung.
Er steht bereits in Verbindung
mit dem größeren Ganzen.
Und doch scheint der Mensch
davon kaum etwas zu bemerken.
Obwohl er mitten
in dieser Bewegung steht.
So könnte gesagt werden:
Das Licht thront nicht nur im Himmel
als etwas Unerreichbares,
das eines Tages erreicht werden soll.
Es ist nicht nur im Geist zuhause.
Es ist mitten
in der Materie.
In jeder Zelle.
In jedem Haar.
In jedem Körper.
In jeder Pflanze.
In allem, was existiert.
Überall ist dieses Licht.
Doch lange Zeit
schlummerte es.
Dafür brauchte das Bewusstsein
eine große Reise.
In alten Zeiten machte sich der Mensch auf den Weg.
In Traditionen.
In Übungen.
In spirituellen Praktiken.
Alles mit dem "Ziel",
das höhere Licht im Bewusstsein zu "erreichen".
Manche gelangten so "weit",
dass sie in das Nirvana eintauchten.
In eine Ewigkeit,
in der alles ausgelöscht wird.
Eine Ewigkeit,
die als höchste Existenz galt,
die einem menschlichen Bewusstsein
möglich sei.
Wenn ein Wesen in dieses Bewusstsein erblühte,
löste sich alles auf.
Und aus dieser Ewigkeit
gab es keine Rückkehr mehr
in die Materie.
Doch dann
geschah es.
Ein neues Bewusstsein wurde geboren.
Geboren durch lebende Meister,
für die es nicht ausreichte,
die Welt zu verlassen.
Für die es nicht genug war,
in ein höheres Bewusstsein zu erblühen.
Wesen,
die das höchste Bewusstsein
nicht nur verwirklichten –
sondern es
hinunter brachten
in die Materie.
Die Vereinigung
des Ewigen
mit der Materie.
Das geschah nicht einfach so.
Es brauchte ein Leben.
Es brauchte Hingabe.
Es brauchte die Existenz.
So wurde ein neues Bewusstsein geboren.
Ein Bewusstsein, das
Sri Aurobindo
das supramentale Bewusstsein nannte.
Hier
kann es genannt werden:
Wahrheitsbewusstsein.
Ein Bewusstsein,
das Geist und Materie vereint.
Damit veränderte sich der Weg.
Es ging nicht mehr nur darum,
dass ein einzelner Mensch
einen inneren Pfad geht.
Und vielleicht das Glück hat,
im Nirvana aufzugehen.
Denn dann verblieb dieses Bewusstsein
nur für dieses eine Wesen.
Die Welt
blieb zurück.
Doch das Wahrheitsbewusstsein
hat sich in der Materie manifestiert.
Damit ist das Neue
keine abstrakte Idee mehr.
Es wird Wirklichkeit
mitten in der Welt.
Die Kraft der Wahrheit
– dieses Licht –
hat sich in das Leben hinein begeben.
In die Materie.
In die Welt.
Und es wirkt.
Das ist keine Theorie.
Es ist eine Tatsache.
Es ist nicht mehr nötig,
aus der Welt zu fliehen,
um ein höheres Bewusstsein zu erreichen.
Jetzt berührt das Licht
die Materie.
Und damit beginnt
ein Neues Bewusstsein.
Der Mensch steht
an einer Schwelle.
Zwischen dem Alten
und dem Neuen.
Mitten an dieser Schwelle
stehen wir,
ohne genau zu wissen,
was geschieht.
Wir sehen das Alte,
wie es sich verändert.
Wir sehen Chaos.
Doch wir erkennen noch nicht vollständig,
dass sich die Welt
im tiefen Grund ihres Daseins
verwandelt.
Und dass wir
ein Teil davon sind.
Mit dieser Veränderung
verschiebt sich auch etwas anderes.
Es geht nicht mehr nur
um die große Suche.
Die Suche nach dem Weg.
Nach dem lichtvollen Pfad.
Nach Erwachen.
Nach Nirvana.
Der Mensch ist nicht mehr nur
ein Suchender.
Er wird
– bewusst oder unbewusst –
zum Träger
eines neuen Bewusstseins.
Ob bewusst oder unbewusst
ist zunächst nicht entscheidend.
Entscheidend ist:
Die Schwelle
ist erreicht.
Vielleicht liegt genau darin
die stille Aufgabe unserer Zeit:
An dieser Schwelle
das Neue zu empfangen.
Und sich damit zu verbinden.
Doch das ist nur möglich,
wenn überhaupt erkannt wird,
dass es existiert.
Ein Bewusstsein,
das nur auf Spaltung, Zweifel und Konflikt blickt,
wird das Neue kaum erkennen.
Doch die Möglichkeit
besteht.
Das neue Bewusstsein
verändert.
Still.
Leise.
Nicht als Theorie.
Sondern im Leben selbst.
Gedanken beginnen sich zu verändern.
Das Leben.
Der Körper.
Sogar die Materie.
Veränderungen
machen dem Menschen oft Angst.
Doch sie gehören
zum Leben.
Jetzt jedoch
beginnen Veränderungen
in besonderer Intensität.
Die große Wandlung
geschieht nicht in der Ferne.
Sie beginnt
jetzt.
Im Herzen
des menschlichen Bewusstseins.
Der gewöhnliche Verstand
erkennt Wahrheit nur stückhaft.
Das Wahrheitsbewusstsein hingegen
löst die Trennung
zwischen Geist und Materie auf.
Solange der Mensch
nur mit Denken sucht,
erscheint Wahrheit nur fragmentarisch.
Doch wenn das Wahrheitsbewusstsein
durch das Denken hindurchscheint,
wird für einen Moment
Wahrheit sichtbar.
Der Verstand sucht Wahrheit.
Doch er besitzt sie nicht.
Das Wahrheitsbewusstsein hingegen
offenbart sie unmittelbar.
Und daraus entsteht
eine innere Identität
mit der Wahrheit.
Ein tieferes Sein.
Ein tieferes Da-Sein.
Eine wachsende Einheit
mit dem Wahren.
Ein Wahrheitsbewusstsein
ist in die Welt gekommen.
Und es beginnt,
uns zu verwandeln.
Ob wir es wollen
oder nicht.
Es wirkt
in der Materie selbst.
Die Substanz der Materie
wird durchströmt
von einem Licht.
Einem Licht,
das verwandelt.
Der Himmel
ist nicht mehr nur irgendwo außerhalb.
Das Neue
befindet sich mitten
in der Evolution der Materie.
Damit steht die Menschheit
vor großen Veränderungen.
Alles geschieht
leise.
Der spirituelle Lehrer
Eckhart Tolle
sagte einmal sinngemäß:
"Das Neue ist schon da.
Und das Alte
macht Krach."
Das Alte sehen wir deutlich.
Das Neue
sehen wir noch kaum.
Doch es klopft.
Für dieses Neue
gibt es noch keine Tradition.
Viele spirituelle Traditionen existieren.
Doch für dieses Neue
noch keine.
Und aus diesem Neuen
kann auch keine Religion entstehen.
Jede Transformation
geschieht durch eine höhere Kraft.
Einer Kraft,
die das Niedrige verwandelt.
In den Händen des Göttlichen
formt sich alles neu.
Darum gibt es noch
keine Orientierung.
Der Mensch steht gewissermaßen
allein
in dieser Verwandlung.
Und genau darin
befindet sich diese Phase
der Evolution.
In Zeiten des Wandels
wird zuerst immer das Alte sichtbar.
Krisen.
Verwerfungen.
Wenn nichts über das Neue bekannt ist,
reagiert das alte Bewusstsein.
Doch DAS Größere
ist am Werk.
Wenn Frieden
in die Welt ausstrahlen soll,
kann eine Verbindung entstehen
mit dem Wahrheitsbewusstsein.
Vorausgesetzt
es besteht ein echtes Interesse
an Wahrheit.
Das Wahrheitsbewusstsein
schenkt sich gerne
jedem,
der bereit ist.
So stehen wir
mitten in einer großen Verwandlung.
Einer Verwandlung
von Geist,
Materie
und Bewusstsein.
Die Materie ist langsam.
Darum geschieht alles
langsam.
Nicht morgen
ist alles vollendet.
Und nicht übermorgen
tanzt die Menschheit im Paradies.
Auch der Mensch
braucht Zeit.
Zeit,
sich darauf einzulassen.
Zeit
für seine eigene Geburt
im Neuen.
Und so kommt alles
still
und leise.
Doch stetig.
Die direkte Verbindung
mit dem Höchsten
bringt alles hervor,
was verborgen war.
Und das,
was sichtbar wird,
darf sich
im Neuen verwandeln.
Nicht der Mensch
tut es.
Es geschieht.
Und vielleicht
ist genau das
die frohe Botschaft
des Neuen.
Ein Kreis
öffnet sich.
Von der Erde
zum Himmel.
Und vom Himmel
zur Erde zurück.
Eine Inspiration
für etwas Neues,
das noch verborgen ist.
Viele ahnen,
dass etwas Neues entsteht.
Doch noch
ist unklar,
was es bedeutet.
Und so endet
dieses Sprechen.
Ein Sprachrohr.
Ein hohler Bambus.
Ein Klang
ist hindurchgezogen.
Und nun
- Stille -
Und Dank
für das Lauschen.



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