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Das Wirken des Göttlichen

Ein Licht trat ein

in die dichte Stunde der Welt,

nicht wie ein Ruf,

nicht wie ein Zeichen,

sondern wie ein Atem,

der die Nacht nicht zerreißt.


Es ging unerkannt

durch die Gänge der Zeit,

legte keinen Anspruch nieder,

hob kein Banner.

Doch wo es ging,

veränderte sich das Maß der Dinge.


Eine Tat geschah,

ein Wort fiel,

ein Blick ruhte –

und im Verborgenen

bewegte sich das Rad der Seele.


Denn aus dem Höheren kommend,

trägt jede Handlung

eine unsichtbare Sonne in sich,

deren Strahlen

erst später erkannt werden.


Nicht heute,

nicht morgen vielleicht,

doch wenn die innere Stunde schlägt,

öffnet sich im Menschen

ein vergessenes Tor.


Dann erinnert sich die Seele

an eine Berührung,

die sie einst empfing,

als der Geist noch schlief

und der Verstand nichts wusste.


So wirkt das Göttliche

in der Maske des Einfachen.

Es geht durch Staub und Alltag,

durch Schweigen und Missverständnis,

und lässt im Innern

eine Spur aus Feuer zurück.


Kein Kampf begleitet es,

keine Eile.

Es weiß um die langen Wege der Zeit

und um die Geduld des Ewigen.


Was so gesät ist,

wartet.

Was so berührt wurde,

vergisst nicht.

Und was im Bewusstsein gewirkt hat,

wird eines Tages

als Erkenntnis auferstehen.


Denn das Licht,

das einmal die Tiefe berührt hat,

kehrt wieder –

nicht als Erinnerung des Geistes,

sondern als Erwachen der Seele.


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