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" Im Tanz des Höchsten"

Im frühen Licht des Tages klingt ein Wort,

das in die Tiefe ringt.

Es fällt wie Staub, wie stiller Schnee,

und hebt sich doch zu einem Weh,

das sanft im Innern weitergeht –

ein leiser Ruf, der höher weht.


Die Evolution, ein sanfter Zug,

der Seele müder, ewiger Flug,

empor zum Licht, das Heimat heißt,

durch Zeit, durch Schmerz, der uns umkreist.

Ein Funken, der im Dunkel ruht,

der wachsen will, weil er es tut.


Doch kommt zugleich das Höchste her,

steigt nieder still, wie leuchtend schwer,

durch Formen dicht, durch Stein und Traum,

durch Herz und Haut und Seelenraum.

Es wickelt sich in Tiefen ein,

um dort erneut Sein Selbst zu sein.


So tanzen beide, Kreis in Kreis,

was steigt, was fällt, ist niemals zwei.

Es ist ein Atem, ungeteilt,

der durch die Welt und Menschen eilt,

bis Sat-Chit-Ananda sich erhebt

und Glück in reine Wahrheit webt.


Ein Blitz, ein Himmel, der sich zeigt,

der uns für kurze Zeit erreicht,

dann wieder weicht, doch nicht vergeht –

weil Sein im innersten Kern besteht.


Da spricht der Geist, getrennt und kalt,

der denkt und doch nichts Tiefes malt.

Und neben ihm die vitale Glut,

die schreit nach Leben, wild und gut,

die fällt und steigt und fordert viel,

und doch ist beides nur ein Spiel

der Kräfte, die man „Ich“ benennt –

ein Traum, der sich im Traum erkennt.


Und wenn das große Nichts erscheint,

das Ego tobt, es weint, es schreit –

doch hinter allem bleibt ein Raum,

ein stiller, ewig klarer Saum,

der sieht, was ist, und dennoch schweigt,

der liebt, was fällt, und nichts verneigt.


Die Materie – Stein und Welt und Form –

ist göttlich, leise, dicht und warm.

Des Höchsten Tanz als stille Braut,

die tief im Innern auf ihn traut,

in jedem Korn ein heilig’ Licht,

das spricht: „Vergiss die Trennung nicht.“


Der Mensch, aus Sternen eingehüllt,

der Einzige, der sehen will,

was in sich selbst verborgen ruht –

ist Krone nur, weil er es tut:

sich selbst zu finden im Gemüt,

im Schweigen, das kein Wort bemüht.


So geht der Weg, der keiner ist,

durch Leiden, Freude, durch den Riss

der Welten zwischen „Ich“ und „Du“ –

und führt doch heim in stille Ruh,

wo alles tanzt in einem Sein,

wo Anfang, Ende fallen ein.


Und wer da schaut, der ist erkannt,

vom Höchsten selbst zurückgewandt.

Kein Ort, an dem es ihn nicht gibt,

kein Herz, das er nicht leise liebt.


So schließt der Tag, die Tore zu,

und Frieden sinkt in sanfter Ruh.

Ein Raum bleibt still, ein Funkeln sacht –

der weiterschwingt in tiefer Nacht.


SarlaMa

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