Vom Film zur Quelle (D/ Engl.)
- Sarla Klee
- 8. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Nicht mehr der Film läuft vor unseren Augen,
sondern die Hände, die ihn schneiden.
Nicht mehr die Geschichte trägt uns fort,
sondern der Moment, der sie erst gebiert.
Das Alte eilt,
doch das Neue bleibt stehen.
Es wartet nicht auf Antworten,
sondern auf Gegenwart.
Wir rennen –
und wundern uns, dass die Kraft versiegt.
Denn der Atem des Neuen
kennt keine Hast.
O Seele,
du darfst nichts wissen.
Im Nichtwissen öffnet sich der Raum,
in dem Wahrheit zu sprechen beginnt.
Halte inne.
Lass den Schnitt sichtbar werden.
Jeder Handgriff ein Universum,
jede Pause ein Tor.
Der Lärm der Systeme
will dich ziehen,
doch dein Stillwerden
erlöst mehr als jede Lösung.
Wenn Angst rudert,
greift nicht nach den Rudern.
Der Ring der Gnade
trägt von selbst.
Werde langsam.
Werde weich.
Werde leer genug,
damit das Leben dich neu füllt.
Dies ist die Geburt des Geistes
in der Materie.
Nicht laut.
Nicht schnell.
Doch unwiderruflich.
Und du –
bist längst gehalten.
Sarla
From the Film to the Source
No longer does the film run before our eyes,
but the hands that cut it.
No longer does the story carry us away,
but the moment that first gives birth to it.
The old rushes on,
yet the new stands still.
It does not wait for answers,
but for presence.
We run—
and wonder why our strength runs dry.
For the breath of the new
knows no haste.
O soul,
you are allowed to know nothing.
In not-knowing, a space opens
where truth begins to speak.
Let the cut become visible.
Each gesture a universe,
each pause a gate.
The noise of systems
seeks to pull you along,
yet your stillness
redeems more than any solution.
When fear rows,
do not grasp the oars.
The ring of grace
carries on its own.
Become slow.
Become soft.
Become empty enough
for life to fill you anew.
This is the birth of spirit
in matter.
Not loud.
Not fast.
Yet irrevocable.
And you—
have long been held.
**Sarla**



Kommentare