Über Unsicherheit und das innere Wissen
- Sarla Klee
- 3. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Jan.
Unsicherheit ist kein Schatten der Seele,
sie ist der Nebel des denkenden Lichts.
Wo das Bewusstsein tastet,
weil es getrennt sieht,
dort entsteht das Zittern des Nicht-Gewissens.
Das Denken fragt,
weil es nicht sieht.
Es schwankt,
weil es nicht ist,
was es zu erkennen sucht.
Doch tiefer als der fragende Geist
ruht ein stilles Wissen.
Ein Wissen,
das nicht erwogen,
nicht geprüft,
nicht bewiesen werden muss.
Die Seele zweifelt nicht.
Sie erkennt durch Nähe,
durch innere Übereinstimmung,
durch ein leises Ja des Seins.
Wenn wir im Lärm der Gedanken verharren,
vermehrt sich die Unsicherheit.
Sie nährt sich vom Versuch,
sich selbst zu sichern.
Aber wenn das Bewusstsein sinkt,
hinab in den stillen Grund,
wo das Göttliche atmet,
verliert der Zweifel seinen Halt.
Denn dort
ist Wahrheit keine Antwort,
sondern Gegenwart.
Dort weiß das Sein,
weil es eins ist
mit dem, was es erkennt.
Nicht durch Entscheidung
erlischt die Unsicherheit,
sondern durch Übergang.
Nicht durch Kontrolle,
sondern durch Öffnung.
Wenn das höhere Licht eintritt,
verstummt der Zweifel,
wie ein Geräusch
im Raum der Stille.
O verborgene Gewissheit im Innersten,
lehre uns,
nicht länger im Fragen zu wohnen,
sondern im Lauschen.
Denn wo dein Licht sich sammelt,
wird das Schwanken still.
Und was wir suchten,
steht plötzlich da –
unbewegt,
klar,
tragend.
So löst sich die Unsicherheit
nicht im Denken,
sondern im Erwachen
des göttlichen Bewusstseins im Menschen.



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