Die Kraft der Seele und das Licht des Bewusstseins
Von der äußeren Suche zur inneren Wahrheit
Namaste und willkommen zu unserer Morgendämmerung
Wenn wir in unseren Begegnungen vom Licht des Bewusstseins sprechen, dann ist damit nicht nur ein schönes Bild gemeint.
Das Licht des Bewusstseins bedeutet, dass eine innere Kraft, ein inneres Licht die Unwissenheit durchdringt.
Wo dieses Licht in die Unwissenheit hineinscheint, kann der Mensch beginnen, klarer zu sehen. Er kann Klarheit gewinnen über das, was sich in ihm bewegt, was ihn beschäftigt und was ihn auf seiner Suche begleitet.
Manchmal geschieht dies nur in einem kleinen Moment: als eine innere Bewegung, als eine Suche nach Klarheit, als ein Ringen um die Frage:
Was ist jetzt hier wahr?
Und plötzlich kommt ein Lichtstrahl des Bewusstseins hernieder. Er durchdringt die Irrungen und Wirrungen, die Unwissenheit verliert für einen Augenblick ihre Macht – und Klarheit kann entstehen.
So arbeitet das Licht des Bewusstseins.
Das Licht des Bewusstseins öffnet neue Räume
Wenn wir jeden Morgen über das Licht des Bewusstseins sprechen und einen weiteren Blick auf die Dinge richten, die uns bewegen, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen oder uns Sorgen machen, dann geschieht etwas Wesentliches.
Das Licht des Bewusstseins durchdringt die Bereiche, in denen bisher keine Klarheit gefunden wurde.
Dort, wo Unwissenheit war, kann Klarheit entstehen.
Und mit dieser Klarheit öffnen sich Räume von Kraft, Bewusstsein und Erkenntnis.
Darum sind die Worte, die aus dem Licht des Bewusstseins gesprochen werden, nicht einfach nur Worte.
Sie können aus einer Erfahrung kommen, in der das Unwissende, das Unlichte und das Unbewusste bereits durchdrungen worden sind.
Dadurch entsteht ein größerer Blick auf die Dinge.
Und dieser größere Blick kann auch das Bewusstsein eines anderen Menschen öffnen.
Es geht dabei nicht darum, etwas, das hier in der Morgendämmerung ausgesprochen wird, einfach nachzumachen oder genauso zu tun.
Es geht vielmehr um eine Öffnung des eigenen Bewusstseins.
Vielleicht wird uns ein Einblick gewährt.
Vielleicht entsteht Resonanz.
Vielleicht berührt uns etwas so tief, dass es uns verwandelt.
Vielleicht schenkt uns dieser Einblick genau jene Klarheit, nach der wir gesucht haben.
Das Geschenk der Seele
Das Gesagte kann auf diese Weise zu einem Geschenk werden – einem Geschenk, das durch das Bewusstsein kommt.
Und an diesem Morgen stellte sich ein besonderes Geschenk ein:
über die Seele und über die Kraft der Seele zu sprechen.
Die Kraft der Seele ist jener Raum, in dem das göttliche Bewusstsein bereits vorhanden ist.
Es ist der Raum, in dem die Seele zu Hause ist.
Die Seele ist der unsichtbare Teil des menschlichen Daseins. Und doch könnten wir ohne sie überhaupt nicht existieren.
Sie ist der innerste Teil des Menschen.
Und sie trägt in sich die Bewegung, sich im Menschen immer stärker zu entwickeln, hervorzutreten und schließlich vielleicht sogar die Führung im Leben zu übernehmen.
Wenn die Seele beginnt, die Führung zu übernehmen, bedeutet dies, dass wir zunehmend aus dem göttlichen Bewusstsein leben.
Die Ausrichtung auf das Göttliche wird dann nicht mehr nur zu einer Vorstellung oder einem Wunsch. Sie wird zu einer inneren Bewegung des Wesens.
Die eigene Sprache der Seele
Die Seele hat ihre ganz eigene Sprache.
Wenn wir von der Seele sprechen, sprechen wir dabei nicht von etwas Besonderem oder Fernem.
Wir alle haben Berührung mit ihr.
Sie ist etwas ganz Natürliches.
Doch wir kennen ihre Sprache oft noch nicht bewusst genug.
Wie spricht die Seele?
Eine ihrer wesentlichen Qualitäten ist Aufrichtigkeit.
Die Seele liebt es, aufrichtig zu sein.
Sie möchte wahrhaftig sein.
Sie möchte offen sein.
Sie kennt nicht in derselben Weise die Verdrehungen des Mentals, das sich schützen möchte oder aus Angst heraus handelt.
Die Unwissenheit versucht sich immer wieder zu schützen. Sie glaubt vielleicht, dass etwas Bestimmtes geschehen müsse, damit alles gut wird.
Die Seele ist anders.
Sie braucht diese Verdrehungen nicht.
Sie möchte wahrhaftig und offen sein.
Und sie speist uns immer wieder mit ihren Inspirationen und Intuitionen.
Manchmal kommt ein kleiner göttlicher Funke hernieder.
Eine Intuition erscheint.
Eine Inspiration taucht auf.
Vielleicht nur für einen Augenblick.
Doch in diesem Augenblick kann etwas aus einer tieferen Ebene unseres Wesens zu uns sprechen.
Die Sehnsucht der Seele
Damit kommen wir zu einer weiteren wichtigen Frage:
Was macht die Sehnsucht des Menschen aus?
Die Sehnsucht der Seele existiert in Wahrheit schon die ganze Zeit.
Doch wir wissen häufig nichts davon.
Wir erleben diese Sehnsucht und versuchen, sie nach außen zu tragen.
Wir haben eine Sehnsucht nach Liebe.
Nach Anerkennung.
Danach, gesehen zu werden.
Verstanden zu werden.
Akzeptiert zu werden.
Wir sehnen uns nach Frieden.
Nach Harmonie.
Nach Freiheit.
Nach Reichtum.
Nach Klarheit.
All diese Sehnsüchte können Ausdruck einer tieferen Sehnsucht der Seele sein.
Sie kommen aus einem bestimmten Raum des Bewusstseins:
aus dem Raum der Seele, dort, wo die Seele zu Hause ist.
Wenn die innere Sehnsucht nach außen gelegt wird
Doch was macht der Mensch in seiner Unwissenheit?
Zunächst einmal: Die Unwissenheit ist etwas ganz Normales.
Auch die Bewegung, aus dieser Unwissenheit heraus zu handeln, ist etwas Natürliches.
Es geht deshalb nicht darum, diese Bewegung zu verurteilen.
Wir handeln aus dem, was wir wissen und erkennen können.
Und solange wir die tiefere Quelle unserer Sehnsucht nicht kennen, versuchen wir, das Gesuchte in der Welt zu finden.
Wir versuchen, harmonische Beziehungen zu führen.
Wir versuchen, Harmonie herzustellen, damit wir wieder Frieden empfinden.
Wir versuchen, Reichtum anzuhäufen, um Fülle in unserem Leben zu erfahren.
Wir versuchen, uns reich zu fühlen.
Wir versuchen manchmal sogar, Disharmonie zu leugnen, um einen künstlichen Frieden herzustellen.
Wir versuchen, alles zu verstehen, um Liebe herstellen zu können – anstatt einfach Liebe zu sein.
Und so häufen sich die Anstrengungen in unserem Leben.
Jeder Mensch hat seine eigenen Anstrengungen.
Manche Menschen haben ähnliche Anstrengungen, andere ganz unterschiedliche.
Doch hinter vielen dieser Bewegungen kann dieselbe unbewusste Sehnsucht stehen:
Die natürliche Sehnsucht der Seele möchte sich im Menschen ausdrücken, und der Mensch legt diese Sehnsucht nach außen.
Die große äußere Suche
So kann es geschehen, dass ein Mensch sehr lange im Außen sucht.
Er sucht Liebe.
Er sucht Anerkennung.
Er sucht Frieden.
Er sucht Freiheit.
Er sucht Harmonie.
Er sucht Fülle.
Er sucht Klarheit.
Und immer wieder versucht er, diese Dinge durch äußere Erfahrungen herzustellen.
Vielleicht braucht es viele Lebensbewegungen, viele Erfahrungen und viele Formen der Suche, bis irgendwann ein Punkt erreicht wird, an dem der Mensch sagen kann:
Ich habe alles gelebt.
Und vielleicht kommt dann eine Müdigkeit.
Eine tiefe Müdigkeit gegenüber der Suche.
Vielleicht entsteht der Eindruck:
Es macht keinen Sinn mehr, noch irgendetwas zu suchen.
Dieser Punkt kann sich zunächst wie Verzweiflung oder Sinnlosigkeit anfühlen.
Doch gerade dort kann sich etwas Entscheidendes verändern.
Wenn die Suche ein Ende findet
Wenn die Suche nach außen nicht mehr weitergeht, kann etwas geschehen.
Vielleicht fällt der Mensch gleichsam zu Boden.
Vielleicht sinkt er in einen Zustand, in dem er nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll.
Es kann sich scheinbar wie ein völliges Versagen anfühlen.
Doch genau dort kann sich eine große Gnade eröffnen.
Denn wenn die Suche aufhört, kann etwas anderes beginnen:
Hingabe an den gegenwärtigen Moment.
Nicht mehr weiterwissen.
Nicht mehr weiterkämpfen.
Nicht mehr versuchen, die Erfüllung im Außen herzustellen.
Und gerade in diesem Moment kann das Licht des Bewusstseins in uns herniederkommen.
Es öffnet einen Raum.
Und in diesem Raum kann eine Erkenntnis entstehen:
Das, was ich mein Leben lang gesucht habe, ist hier. Hier und jetzt.
Die Entdeckung: Es war immer schon hier
Das ist vielleicht eine der tiefsten Erkenntnisse auf diesem Weg.
All die Anstrengung der Suche war nicht sinnlos.
Alles, was wir im Außen gesucht haben, hat uns letztlich zu diesem Punkt geführt.
Es geht nicht darum, die äußere Suche zu verurteilen.
Es geht vielmehr um die Entdeckung, dass das Gesuchte schon immer hier war.
Der Mensch hat Liebe gesucht.
Frieden.
Freiheit.
Harmonie.
Fülle.
Klarheit.
Doch die Seele kann sich letztlich nur mit der Wahrheit zufrieden geben.
Denn die Seele möchte nicht nur etwas besitzen oder erfahren.
Sie möchte in der Wahrheit selbst aufgehen.
Wenn die Seele in der Wahrheit erblüht
Wo kann die Seele aufgehen?
Dort, wo sie die Wahrheit erkennt.
Dort, wo sie in ihrer eigenen Wahrheit erblüht.
Und wenn dies im Menschen geschieht, kommt sein Bewusstsein zunehmend in Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein.
Dann verändert sich die grundlegende Frage.
Es geht nicht mehr nur darum:
Was möchte ich unbedingt sein?
Etwas Vollkommeneres beginnt sich zu zeigen.
Körper, Geist und Seele können in eine tiefere Einheit treten.
Der Mensch tritt in seinem Bewusstsein in eine göttliche Wahrheit hinein.
Er fühlt sich erfüllt.
Er fühlt sich vollkommen.
Eine Form von Glückseligkeit kann ihn erfassen.
Und damit beginnt die Suche nach dem, was bisher im Außen gesucht wurde, zu enden.
Die Suche nach Freiheit.
Nach Frieden.
Nach Harmonie.
Nach Fülle.
Nach Liebe.
Denn das, was gesucht wurde, wird nicht länger nur im Außen gesucht.
Es wird im eigenen Wesen erkannt.
Erwachen – oder geistige Neugeburt?
In der spirituellen Sprache wird diese Erfahrung häufig als Erwachen bezeichnet.
Doch vielleicht reicht dieses Wort allein nicht aus.
Vielleicht bringt eine andere Bezeichnung die Erfahrung noch unmittelbarer auf den Punkt:
eine geistige Neugeburt.
Das Erwachen ist eine geistige Neugeburt.
Eine Neugeburt im Bewusstsein der Seele.
Es ist nicht nur ein neues Verständnis.
Nicht nur eine neue Idee.
Nicht nur eine Erkenntnis des Mentals.
Es ist eine Veränderung des Bewusstseins, in der die Seele stärker in den Vordergrund tritt und das Leben aus einer tieferen Wahrheit heraus zu führen beginnt.
Die Seele als göttlicher Ausdruck des Menschen
Es gäbe noch vieles über die Seele zu sagen.
Wir könnten weitere Räume der Seele öffnen.
Wir könnten ihre Sprache genauer betrachten.
Wir könnten ihre Kraft in den Vordergrund stellen.
Wir könnten darüber sprechen, wie sich ihre göttliche Führung im Leben ausdrückt.
Denn die Seele des Menschen ist ein göttlicher Ausdruck des Menschen.
Und doch ist dieser Teil in unserem Leben häufig vergessen.
Während unser Bewusstsein stark nach außen gerichtet ist, wirkt die Seele stetig im Inneren.
Sie versucht, uns näher zu sich zu führen.
Sie versucht, uns zu führen.
Doch sehr häufig meinen wir, etwas anderes zu hören.
Wir verwechseln ihre leise Stimme mit den lauten Bewegungen des Mentalen und Vitalen.
Der Ruf der Seele nach Hause
So entsteht ein großer Tanz zwischen dem Weltendasein und der Seele.
Vielleicht ist „Ringen“ nicht einmal das richtige Wort dafür.
Es ist vielmehr ein Ruf der Seele.
Ein Ruf, den Menschen wieder nach Hause zu führen.
Denn die Seele weiß, wo sie zu Hause ist.
Doch die Welt ist laut.
Unser Bewusstsein ist nach außen gerichtet.
Wir sind beschäftigt mit dem, was geschieht, was fehlt, was wir erreichen wollen, was andere von uns denken und was wir im Außen finden möchten.
Und mitten in dieser äußeren Bewegung ist die Seele da.
Still.
Aufrichtig.
Wahrhaftig.
Sie wartet nicht darauf, dass wir etwas Besonderes werden.
Sie ruft uns zurück zu dem, was wir in unserem Innersten bereits sind.
Das Licht, das uns nach Hause führt
Vielleicht ist dies die tiefere Bedeutung des Lichtes des Bewusstseins:
Es zeigt uns nicht etwas, das weit entfernt ist.
Es führt uns zu dem, was bereits in uns vorhanden ist.
Es durchdringt die Unwissenheit.
Es schafft Klarheit.
Es öffnet Räume des Bewusstseins.
Es lässt uns erkennen, was bisher verborgen war.
Und es kann uns schließlich zu jenem inneren Raum führen, in dem die Seele zu Hause ist.
Dort beginnt die äußere Suche sich zu verwandeln.
Dort wird aus der Suche eine Erkenntnis.
Aus der Anstrengung kann Hingabe werden.
Aus der Verwirrung kann Klarheit entstehen.
Aus der äußeren Orientierung kann eine innere Führung hervortreten.
Und aus dem Erwachen kann eine geistige Neugeburt im Bewusstsein der Seele werden.
Die Welt mag weiterhin laut sein.
Doch in uns gibt es einen Raum, der still bleibt.
Einen Raum der Wahrheit.
Einen Raum der Aufrichtigkeit.
Einen Raum der Liebe.
Einen Raum, in dem die Seele uns immer wieder nach Hause ruft.
Zurück in das göttliche Bewusstsein.
Amen
SarlaMa


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