Gegenwart Gebets-Monolog
- Sarla Klee
- 27. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Im Schweigen vor dem ersten Licht
stehen wir,
getragen von einer Gegenwart,
die älter ist als Zeit.
Aus der Tiefe des Unsichtbaren
tritt ein leiser Morgen hervor.
Nicht geboren aus Lärm,
sondern aus der Geduld des Ewigen.
O Ursprung allen Werdens,
du hast den Menschen nicht gerufen,
um im Streit zu verharren.
Du hast ihn gedacht
als Durchgang deines Friedens,
als Gefäß deiner Liebe.
Lass in uns erwachen,
was unter Schichten von Vergessen ruht.
Ein Wissen,
das sich nicht beweist,
sondern erinnert.
Inmitten der weltlichen Bewegungen,
die uns forttragen,
die uns zerstreuen,
rufe uns zurück
in den inneren Raum,
wo deine Stimme noch hörbar ist.
Nicht ein Frieden, der siegt,
sondern ein Frieden, der ist.
Nicht ein Frieden aus Abwehr,
sondern einer,
der aus der Seele fließt
wie ein stiller Strom.
Möge eine neue Menschheit heranreifen
im Schoß dieses Friedens.
Nicht geformt durch Zwang,
sondern verwandelt durch Bewusstsein.
Eine Menschheit,
die den Mut hat,
still zu werden
und dadurch wahr.
O göttliche Liebe,
verborgene Sonne im Herzen der Welt,
senke dich in unsere Dunkelheiten,
nicht um zu richten,
sondern um zu erinnern.
Schenke deinen Frieden
all jenen,
deren Seele ihn empfangen kann.
Lass ihn sich ausbreiten
von Herz zu Herz,
lautlos,
unumkehrbar.
Und in dieser stillen Gegenwart
möge das Ewige neu geboren werden
im Menschen.
Nicht als Gedanke,
sondern als Leben.
So geschehe es
im Geheimnis deines Lichtes.
SarlaMa



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