Poesie: Von der gewöhnlichen Selbstbestimmtheit zur einer Selbstbestimmtheit in Übereinstimmung mir dem Wahren.
- Sarla Klee
- 17. Jan.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Von der Selbstbestimmtheit zur Übereinstimmung
*Eine poetische Betrachtung des Willens auf dem Lichtvollen Pfad*
Es gibt Themen,
die nicht am Rand unseres Weges liegen,
sondern in seinem innersten Zentrum.
Themen, die uns begegnen,
sobald wir nicht mehr nur suchen,
sondern beginnen zu gehen.
Eines dieser Themen ist die Selbstbestimmtheit.
Nicht nur die,
die wir gewohnt sind zu leben,
sondern auch jene tiefere Selbstbestimmtheit,
die in Übereinstimmung ist
mit dem Wahren.
Zwei Qualitäten desselben Wortes
Beide heißen Selbstbestimmtheit.
Und doch stammen sie aus verschiedenen Räumen.
Die eine ist die gewöhnliche Selbstbestimmtheit,
geboren aus dem Ich,
getragen vom Geist,
geprägt von Angst, Kontrolle und Abwehr.
Die andere ist eine Selbstbestimmtheit,
die nicht gegen das Wahre steht,
sondern mit ihm geht,
in ihm ruht,
aus ihm handelt.
Und beide sind Willen.
Doch nicht derselbe.
---
Die gewöhnliche Selbstbestimmtheit
Die gewöhnliche Selbstbestimmtheit
lebt im Bereich des mentalen und vitalen Daseins.
Dort herrscht das Ich,
das sich selbst als Zentrum erlebt.
Es bestimmt,
weil es fürchtet.
Es kontrolliert,
weil es glaubt,
sich sonst zu verlieren.
Diese Selbstbestimmtheit erscheint frei.
Sie fühlt sich autonom an.
Doch sie ist gebunden –
an Gewohnheiten,
an Reaktionen,
an vertraute innere Landschaften.
Der Mensch verteidigt darin seine Freiheit.
Doch in Wahrheit verteidigt er seine Gewohnheit.
So entsteht Angst vor Hingabe.
Denn Hingabe wird verwechselt
mit Unterwerfung,
mit Auflösung,
mit dem Ende der eigenen Welt.
Das Ego kennt keine andere Selbstbestimmtheit
als die seine.
Es weiß nichts von einer Freiheit,
die nicht isoliert ist.
So wird Hingabe zur Bedrohung.
Nicht weil sie es ist,
sondern weil sie so gesehen wird.
---
Keine Kritik – sondern Wandlung
Doch hier geht es nicht um Kritik.
Nicht um Verurteilung.
Nicht um Ablehnung der gewöhnlichen Selbstbestimmtheit.
Es geht um Wandlung.
Um eine Bewegung
von einer Ebene zur anderen.
Die Frage lautet nicht:
*Soll ich selbstbestimmt sein oder nicht?*
Die Frage lautet:
Wer bestimmt in mir?
Und aus welchem Raum?
---
Die Verwandlung des Willens
Auf dem Lichtvollen Pfad
wird die Selbstbestimmtheit nicht zerstört.
Nicht unterdrückt.
Nicht ausgeschaltet.
Der menschliche Wille wird
geklärt,
vertieft,
geweiht.
Er wird nicht gebrochen.
Er wird durchlichtet.
Die gewöhnliche Selbstbestimmtheit
wandelt sich
zu einer Selbstbestimmtheit
in Übereinstimmung mit dem Wahren.
Der Wille bleibt –
doch er ist nicht mehr isoliert.
Er steht nicht mehr allein
gegen das Leben,
gegen das Ewige,
gegen das Ganze.
Wahre Selbstbestimmtheit
Wahre Selbstbestimmtheit
ist Einklang.
Einklang zwischen dem Ewigen
und der Form dieser Welt.
Sie ist Einssein
mit der höchsten eigenen Wahrheit.
Manchmal wirkt sie
durch das seelische Wesen,
durch jene Tiefe,
die nicht aus Angst handelt,
sondern aus Wahrheit.
Dort heißt es nicht:
*Ich darf nicht wollen.*
Dort heißt es:
**Ich will die Wahrheit.**
Hingabe ohne Verlust
Wenn wir glauben,
Hingabe bedeute,
uns selbst zu verlieren,
dann kennen wir diese Wandlung noch nicht.
Denn in der wahren Selbstbestimmtheit
geht nichts verloren.
Es bleibt Würde.
Es bleibt Freiheit.
Es bleibt Wille –
aber ein Wille ohne Angst.
So wirkt der göttliche Wille
nicht gegen den Menschen,
sondern durch ihn.
Nicht um den Willen zu brechen geht es,
sondern ihn zu weiten.
Nicht ihn zu vernichten,
sondern ihn
vom höchsten Licht
durchscheinen zu lassen.
Der große Kreis
So spannt sich der große Kreis der Wandlung:
Von einer scheinbaren Freiheit,
die isoliert ist,
hin zu einer Selbstbestimmtheit
ohne Grenzen.
Von einer Selbstbestimmtheit aus Gewohnheit
zu einer Selbstbestimmtheit
in Übereinstimmung.
Und in diesem Licht
lüftet sich ein kleines Geheimnis:
Die Selbstbestimmtheit
war nie das Hindernis.
Nur die Ebene,
aus der sie gelebt wurde.
---
From Ordinary Self-Determinationto a Self-
Determination in Alignment with the True
From Self-Determination to Alignment
*A poetic contemplation of the will on the spiritual path*
There are themes
that do not lie at the edge of our path,
but at its innermost center.
Themes that meet us
the moment we stop merely searching
and begin to walk.
One of these themes
is self-determination.
Not only the form of it
we are accustomed to living,
but also that deeper self-determination
that lives in alignment
with the True.
---
Two Qualities of the Same Word
Both are called self-determination.
And yet they arise from different realms.
One is ordinary self-determination,
born of the “I,”
carried by the mind,
shaped by fear, control, and defense.
The other is a self-determination
that does not stand against the True,
but walks with it,
rests within it,
acts from it.
Both are will.
But not the same will.
---
Ordinary Self-Determination
Ordinary self-determination
lives in the realm
of mental and vital existence.
There the “I” rules,
experiencing itself as the center.
It determines
because it fears.
It controls
because it believes
it would otherwise be lost.
This self-determination appears free.
It feels autonomous.
Yet it is bound—
bound to habits,
to reactions,
to familiar inner landscapes.
Here, the human being
defends their freedom.
But in truth,
they defend their habit.
And so fear of surrender arises.
For surrender is confused
with submission,
with dissolution,
with the end of one’s own world.
The ego knows no self-determination
other than its own.
It knows nothing
of a freedom
that is not isolated.
Thus surrender becomes a threat—
not because it is one,
but because it is seen that way.
---
Not Criticism — but Transformation
Yet this is not about criticism.
Not about judgment.
Not about rejecting ordinary self-determination.
It is about transformation.
About a movement
from one level
to another.
The question is not:
*Should I be self-determined or not?*
The question is:
**Who determines within me?**
And from which realm?
---
The Transformation of the Will
On the spiritual path,
self-determination is not destroyed.
Not suppressed.
Not eliminated.
The human will is
clarified,
deepened,
consecrated.
It is not broken.
It is illumined.
Ordinary self-determination
transforms
into a self-determination
in alignment with the True.
The will remains—
but it is no longer isolated.
It no longer stands alone
against life,
against the Eternal,
against the Whole.
---
True Self-Determination
True self-determination
is harmony.
Harmony between the Eternal
and form in this world.
It is oneness
with one’s highest inner truth.
At times it moves
through the soul-being,
through that depth
which does not act from fear,
but from truth.
There it is not said:
*I must not will.*
There it is said:
**I will the truth.**
---
Surrender Without Loss
If we believe
that surrender means
losing ourselves,
then we have not yet known
this transformation.
For in true self-determination
nothing is lost.
Dignity remains.
Freedom remains.
Will remains—
but a will without fear.
Thus the divine will
does not act against the human being,
but through them.
It is not about breaking the will,
but about widening it.
Not about annihilating it,
but about letting it
be permeated
by the highest light.
---
The Great Circle
Thus the great circle of transformation unfolds:
From an apparent freedom
that is isolated,
toward a self-determination
without boundaries.
From a self-determination of habit
to a self-determination
in alignment.
And in this light
a small secret is revealed:
Self-determination
was never the obstacle.
Only the level
from which it was lived.
---



Kommentare