Wenn das Licht beginnt zu leben
- Sarla Klee
- vor 7 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Vielleicht
beginnt das Neue
nicht mit einem Gedanken.
Vielleicht
ist es schon da,
wenn wir noch
nichts davon wissen.
Etwas bewegt sich
unter den Worten.
Etwas wird still.
Etwas wird weit.
Und wir stehen darin
und nennen es vielleicht
Unruhe,
Veränderung,
Suche.
Doch vielleicht
ist es schon das Erwachen
einer Erinnerung,
die tiefer reicht
als das, was wir
über uns wissen.
Denn Bewusstsein
kommt nicht zu uns.
Es ist immer da.
Und irgendwann
beginnt es,
sich selbst
in uns zu erkennen.
Es gab Menschen,
die etwas lebten,
das größer ist
als das Leben,
das man vor ihnen kannte.
Jesus
lebte die Liebe,
bis die Liebe
durch sein Leben
für andere
möglich wurde.
Buddha
ging in ins Nirvana,
bis Nirvana
zu einem Weg
für andere wurde.
Und dann
kam eine andere Frage:
Was geschieht,
wenn das Licht
nicht mehr nur
zum Himmel führt?
Was geschieht,
wenn der Himmel
sich selbst
auf den "Weg"
zur Erde macht?
Wenn das Göttliche
nicht nur erfahren,
sondern
gelebt im Leben lebt?
Wenn es
nicht mehr genügt,
den Mentalen Geist zu befreien,
sondern die Materie
selbst
beginnt,
sich zu erinnern?
Vielleicht
ist der Mensch
deshalb
ein Übergangswesen.
Nicht zwischen
hier und dort.
Sondern zwischen
dem, was gewesen ist,
und dem,
was durch ihn
werden möchte.
Er weiß es vielleicht
noch nicht.
Doch etwas in ihm
weiß es bereits.
Er denkt anders.
Er fühlt anders.
Er kann manches
nicht mehr tun.
Nicht aus Gehorsam.
Nicht aus einer Regel.
Sondern weil
was Wahreres
in ihm
keinen Raum mehr
für die alte Unwissenheit lässt.
So beginnt
die Veränderung.
Nicht laut.
Nicht sichtbar.
Ein Atemzug.
Eine Stille.
Ein inneres Weiterwerden.
Und eines Tages
bemerken wir:
Wir haben das Neue
nicht verstanden.
Wir haben begonnen,
es zu leben.
Und dann
muss das Alte
nicht sterben.
Es darf
sich verwandeln.
Die Unwissenheit
wird nicht beschämt.
Das Mental
wird nicht verworfen.
Das Vitale
wird nicht verlassen.
Der Körper
wird nicht vergessen.
Alles,
was wir waren,
darf in einen
weiten Raum
von Bewusstsein eintreten.
Das Neue
kommt nicht,
um das Alte
zu zerstören.
Es kommt,
um es
zu durchlichten.
Wie ein Licht,
das einen BewusstseinsRaum
nicht fortnimmt,
sondern sichtbar macht.
Vielleicht
ist das Bewusstsein
deshalb nicht fern.
Vielleicht
ruft es nicht
aus einer anderen Welt.
Vielleicht
ruft es
aus der Tiefe
dieser Welt.
Aus der Tiefe
unseres eigenen Seins.
Und wir müssen
nicht wissen,
wohin.
Wir müssen
nicht vollkommen sein.
Wir müssen
nicht einmal
verstehen.
Wir können
lauschen.
Jetzt.
In diesem Atemzug.
In diesem Menschensein.
In diesem Bewusstsein.
Denn auch hier
kann Bewusstsein sein.
Auch hier
kann Gegenwärtigkeit sein.
Und wo
Gegenwärtigkeit ist,
kann sich
eine Tür öffnen.
Vielleicht ist das
die stille Geburt
des Neuen:
Es wird gelebt,
bevor Verständnis entsteht.
Und vielleicht
ist genau das
der Augenblick,
in dem das Menschsein
beginnt,
sich selbst
zu erkennen.



Kommentare